Steuler Säurekühlkristallisation (SACC)

Dieses Verfahren beruht auf der Abkühlung der Schwefelsäurebeizlösung. Durch die Kühlung wird die Löslichkeit des Eisensulfats reduziert und dieses kristallisiert als FeSO4 x 7H2O. Von besonderem Nutzen ist die Verwendung des gebildeten Eisensulfats als Rohmaterial oder Flockungsmittel. Dieses Verfahren ist nur für Schwefelsäure geeignet. Die freie Säure kann bis zu über 99 % zurückgewonnen werden, die in dem Nebenprodukt Eisensulfat gebundene Säure muss im Beizprozess wieder zugeführt werden.

  • Rückgewinnungsrate für freie Schwefelsäure von über 99 % führt zu reduziertem Frischsäureverbrauch
  • Betriebskosteneinsparung durch verringertem Schlammanfall in der Abwasserbehandlungsanlage
  • Bildung von verwertbaren Eisensulfatkristallen
  • Betriebskosteneinsparung durch reduzierten Verbrauch an Neutralisationsmittel in der Abwasserbehandlungsanlage
  • Einfacher Anlagenaufbau und Betrieb der Rückgewinnungsanlage


Verfahrensbeschreibung

Ein Teilstrom der Beizlösung wird kontinuierlich bei einer Temperatur zwischen 55 °C und 98 °C aus dem Beizbad abgeleitet und dem Mischbehälter zugeführt. Um die Löslichkeit von Eisen zu reduzieren, wird Schwefelsäure bereits vor der Regeneration zugegeben. Danach wird die Altsäure im Gegenstrom zur gereinigten Säure gekühlt und der mehrstufigen Kühlkristallisation zugeführt. Diese Kristallisation besteht aus drei Kristallisationsbehältern, die mit Badwärmetauschern ausgerüstet sind. Als Kühlmittel wird eine Kühlsole durch die Wärmetauscher  im Gegenstrom zu der zu kühlenden Säure gepumpt. Je nach Schwefelsäurekonzentration und Behältertemperatur nimmt der Gehalt an gelöstem Eisen(II) schrittweise ab und die Kristallisation wird gesteigert. Die Suspension mit der erforderlichen Kristallisationstemperatur zwischen 10 °C und 15 °C gelangt von der letzten Kristallisationsstufe zur Vorkonzentrierung des kristallinen Breis in ein Absetzbecken. Der abgesetzte, eingedickte  Kristallbrei wird mittels Pumpe in eine Siebzentrifuge gefördert, wo die Entwässerung der Kristalle stattfindet. Das Filtrat aus der Siebzentrifuge und der ungetrübte Überlauf der gereinigten Säure aus dem Absetzbecken werden gesammelt und gelangen als gereinigte Säure über den Wärmetauscher zurück in die Beizanlage.

Die geringen Temperaturen, die für den Kühlsolekreislauf erforderlich sind, werden über ein Kühlaggregat erzeugt. Die entstehende Abwärme wird über das Kühlwasser abgeführt.