Steuler Säurereinigungsanlage (SAPU)

Grundlage dieses Verfahrens ist die Abtrennung der freien Säure von den Metallen in einem Harzbett (Retardation). Die metallsalzhaltige, säureabgereicherte Lösung wird in der Abwasserbehandlungsanlage entsorgt. Die im Harzbett aufgenommene Säure wird in einem zweiten Schritt mit Wasser eluiert und in die Beize zurückgeführt. Das Retardationsverfahren ist praktisch für alle Beizlösungen wie HF/ HNO3, H2SO4, HF/ H2SO4, usw. einsetzbar.

  • Hohe Rückgewinnungsrate der freien Säure mit kurzer Amortisationszeit für kleine Anlagen, insbesondere für Mischsäure (HF/HNO3)
  • Betriebskosteneinsparung durch reduzierten Schlammanfall in der Abwasserbehandlungsanlage
  • Betriebskosteneinsparung durch reduzierten Verbrauch an Neutralisationsmittel in der Abwasserbehandlungsanlage
  • Einfacher Anlagenaufbau und Betrieb der Säurerückgewinnungsanlage
  • Vormontage der Anlagen garantieren kurze Lieferzeiten bei niedrigen Montagekosten auf der Baustelle

Verfahrensbeschreibung

Um einen langjährigen und sicheren Einsatz der Steuler Säurereinigungsanlage (SAPU) zu gewährleisten, ist eine Vorbehandlung der heißen, feststoffhaltigen Beizlösungen erforderlich. Grundsätzlich ist immer eine vollständige Entfernung der Feststoffe, z. B. mittels Steuler Säuremikrofiltration (SAM) notwendig, um sicherzustellen, dass keine Partikel in das Harzbett eindringen und so zu Verstopfungen, erhöhten Druckverlust und verringertem Durchsatz führen. Je nach Temperatur, Art der Beizsäure und Beizkonzentration, muss zur Einstellung der optimalen Betriebstemperatur eine Kühlung vor der Steuler Säurereinigungsanlage (SAPU) vorgesehen werden. Dies gilt insbesondere für die Rückgewinnung von heißer Schwefelsäure und die Mischsäurereinigung. Die Kühlung ist ähnlich ausgeführt wie für die Steuler Säuremikrofiltration (SAM), als kostengünstige, einstufige oder zweistufige Kühlung mittels Wärmerückgewinnung.

Die Steuler Säurereingigungsanlage (SAPU) verwendet ein Ionenaustauschharz, das die starken Säuren aus der Lösung adsorbiert, hingegen die Metallsalze den Harz durchströmen. Die Säure kann aus dem Harz mit Wasser wieder desorbiert werden. Das abwechselnde Durchströmen von metallhaltiger Säure und Wasser durch ein Harzbett ermöglicht so die Abtrennung der freien Säure von den Metallsalzen.

Das grundlegende Steuler Säurereinigungsverfahren (SAPU) arbeitet in zwei Schritten – dem Aufstrom und dem Abstrom. Während des Aufstromes wird gefilterte metallhaltige Säure in den Boden des Harzbettes gepumpt. Die Säure wird durch das Harz adsorbiert und die verbleibende, säureabgereicherte Metallsalzlösung wird am oberen Austritt des Harzbett abgeführt.

Während des anschließenden Abstromes wird Wasser von oben in das Harzbett gefördert, wo die gereinigte Säure vom Harz desorbiert und als regenerierte Säure in die  Beizanlage zurückgeführt wird. Der gesamte Zyklus dauert wenige Minuten und ist automatisch gesteuert..

Die Altsäure aus der Regeneration wird gemeinsam mit dem konzentrierten Schlamm aus der Vorfiltration/ Absetzanlage im Pumpensumpf gesammelt und zur Abwasserbehandlungsanlage gefördert.